10 Mythen der Gartenarbeit aufgeklärt: Sind Sie ihnen verfallen?

In diesem Artikel werden wir einige weit verbreitete Mythen der Gartenarbeit aufklären und einen kleinen „Reality-Check“ machen. Gehen Sie etwa davon aus, dass Sie keinen grünen Daumen haben? Oder entwickelt sich Ihr Garten nicht so, wie Sie gehofft hatten? Lesen Sie weiter und finden Sie heraus, ob Sie vielleicht einem dieser Mythen der Gartenarbeit verfallen sind.

Mythen der Gartenarbeit

Mythos #1: Neu beschnittene Flächen versiegeln

Nein, bitte – lassen Sie es einfach. Manche Menschen wenden diese Methode an, um so zu versuchen, Pilzorganismen zu vermeiden, die einem Baum oder Strauch schaden könnten. Allerdings hat das Versiegeln jedoch oft den gegenteiligen Effekt von dem, was Sie erreichen wollen: Indem Sie neu beschnittene Flächen z.B. mit Lack, Teer oder Farbe abdecken, halten Sie Feuchtigkeit in der Schnittstelle, die sich wie eine Wunde verhält und unbedingt Luft zum Abheilen benötigt. Wenn sie diese Wunde nun versiegeln, sichert dies das Wachstum genau der Pilzorganismen, die Sie eigentlich in Schach halten wollen! Vor allem Bäume sind wahre Meister darin, ihre Wunden selbst zu heilen. Also achten Sie beim Zurückschneiden Ihrer Gehölze auf einen sauberen Schnitt mit scharfem Werkzeug und lassen Sie den Baum anschließend seine Wunde an der Luft kurieren.

Mythos #2: Neu gepflanzte Bäume pfählen

Nach Ansicht von vielen Gärtnern kann das Abstützen von Bäumen verhindern, dass sie dickere Stämme und ein starkes, stabiles Wurzelsystem entwickeln. Der Baum kann im schlimmsten Fall sogar von seinem Stützsystem abhängig werden. Wenn der neu gepflanzte Baum nicht an einem Hang oder an einem sehr windigen Standort steht, ist es also am besten, den Baum im Wind schwanken zu lassen. Denken Sie einfach an das Sprichwort „Was dich nicht umbringt, macht dich stärker“.

Mythos #3: Blätter können durch Wassertröpfchen und direkte Sonneneinstrahlung verbrannt werden

Vertrauen Sie uns, über diesen Mythos der Gartenarbeit brauchen Sie sich wirklich keine Sorgen zu machen. Sonnenstrahlen können zwar unsere Haut verbrennen, aber sie sind nicht stark genug, um durch Wassertröpfchen hindurch Blattbrand zu verursachen. Tatsächlich empfehlen einige professionelle Gärtner sogar, die Pflanzen mit Wasser abzukühlen, wenn die Sonne am stärksten ist. Gießen am frühen Morgen oder Abend hat dennoch seine Vorteile: eine geringere Verdunstungsrate ist nur einer davon.

Mythos #4: Wenn Ihr Rasen braun wird, ist er tot

Dies muss nicht der Fall sein. Wussten Sie, dass Rasenflächen Trockenheit bis zu 6 Wochen lang aushalten können? In der Zwischenzeit bleiben diese intelligenten Rasenflächen ruhend, um Energie zu sparen. Sie halten uns also quasi nur zum Narren, indem sie sich tot stellen. Natürlich ist es trotzdem ratsam, den Rasen zu wässern, lange bevor Sie diese 6 Wochen erreichen. Es gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Mythos #5: Dürretolerante Pflanzen brauchen nicht gegossen zu werden

Falsch! Auch die abgehärtesten Pflanzen profitieren davon, von Zeit zu Zeit etwas gegossen zu werden. Vor allem, wenn es um die neuesten Ergänzungen in Ihrem Garten geht. Obwohl sie als „trockenheitstolerant“ bezeichnet werden, müssen sich diese Pflanzen erst einmal etablieren, und dazu brauchen sie einfach Wasser. Wussten Sie, dass dieser Prozess des Anwachsens bis zu einem Jahr dauern kann? Danach ist liebevolle Vernachlässigung der Weg, den man mit diesen Pflanzen gehen sollte.

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Mythen der Gartenarbeit

Mythos #6: Das Einfüllen von Kies in den Boden eines Topfes hilft bei der Entwässerung

Diese Annahme ist und bleibt ein Mythos. Leider nimmt der Kies wichtigen Raum im Blumentopf ein, in welchem sich die Wurzeln einer Pflanze normalerweise weiter entwickeln würden. Die Verwendung von Kies hat trotzdem ihre Vorteile, man muss diesen nur etwas anders verwenden: Mischen Sie Kies und Sand in den eigentlichen Boden und sorgen Sie so für eine insgesamt bessere Drainage.

Mythos #7: Die Zugabe von Zucker in den Boden macht Tomaten süßer

Wir geben zu: Es wäre brillant, wenn es so einfach wäre, aber wir fürchten, dass es nicht funktionieren wird. Die Sorte Ihrer Tomatenpflanze sowie die Anzahl und Intensität der Sonnenstunden sind die Faktoren, welche die Süße Ihrer Tomaten beeinflussen. Sind Sie daran interessiert, süße Tomaten für Salate, selbstgemachte Pizza oder einen gesunden Snack zu züchten? Dann wählen Sie sich einfach eine süße Tomatensorte!

Mythos #8: Fördern Sie das Pflanzenwachstum durch Gespräche mit ihnen

Dieser Mythos ist teilweise richtig. Er hat zwar nichts damit zu tun, ob wir tatsächlich mit den Pflanzen sprechen, aber hängt mit dem CO2 zusammen, das wir beim Atmen (oder beim Reden, oder beim Singen, …) freisetzen. Das ist natürlich nur ein Bruchteil der CO2-Menge, die Pflanzen benötigen, um ihr Wachstum zu fördern. Verschwenden Sie also nicht zu viel Zeit damit, mit ihnen zu reden – es sei denn, es hellt auch Ihre Stimmung auf! ; )

Mythos #9: Unkraut mit Salzwasser vernichten

Obwohl sehr salzhaltiges Wasser kleine Unkräuter abtöten kann, hat es auch einige unerwünschte Nebenwirkungen. Die wichtigste davon ist die Anlagerung von Salz im Boden die es erschweren kann, dass später einmal andere Pflanzen an diesem Ort wachsen und gedeihen können. Außerdem kann das Salzwasser auch lebenswichtige Regenwürmer und Bodenmikroorganismen schädigen. Das Verwenden von Salzwasser (und anderen Chemikalien) zur Unkrautvernichtung ist also ein klares Nein für uns – wir jäten lieber von Hand!

Mythos #10: Ich habe keinen Garten, also kann ich auch kein Gemüse anbauen

Geben Sie nicht so leicht auf – arbeiten Sie mit dem, was Sie haben und Sie können bereits viel erreichen. Neben Kräutern gibt es zum Beispiel viele Gemüse- oder Obstpflanzen, die auch hervorragend in Töpfen wachsen, wie unter anderem Erdbeeren, Salatgrün oder Mini-Zitrusbäume. Beginnen Sie Ihren eigenen Gemüse- oder Obstgarten auf Ihrem Balkon oder Ihrer Terrasse und präsentieren Sie ihn in schönen Töpfen.

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Mythen der Gartenarbeit

Wir hoffen, dass wir diese Mythen der Gartenarbeit für Sie aufklären konnten. Suchen Sie nach weiteren Gartentipps, zum Beispiel wie Sie Ihren eigenen Schnittblumengarten anlegen können? Klicken Sie hier!

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