Floristen-Stammtische: Das beschäftigt die Branche

Austauschen, Netzwerken, Voneinander-Lernen – Unter diesem Motto fanden in den vergangen zwei Wochen die Floristen-Stammtische in Kassel und Heppenheim statt. Das gemeinsame Event vom Fachverband Deutscher Floristen in Hessen, Florismart und Smithers OASIS galt dem Austausch der Floristen untereinander und mit Unternehmen der Branche. Dabei ging es um die zentralen Themen: Wie können wir gemeinsam auf die Veränderungen in der Branche reagieren? Wie können die Floristen sich gut für die Zukunft aufstellen und wie können wir als Unternehmen die Floristen dabei unterstützen?

An Diskussionsthemen mangelte es an beiden Abenden nicht. So nehmen alle Floristen die Veränderungen in der Branche wahr und realisieren, dass es nichts bringt mit „Scheuklappen“ in die Zukunft zu gehen. Jeder Florist hat dabei seine eigene Taktik. Insgesamt sind viele Floristen jedoch eher zurückhaltend im Umgang mit den Herausforderungen, die das digitale Zeitalter mit sich bringt.

Die 3 wichtigsten Themen

Zusammenfassend haben wir drei Brennpunkt-Themen festgestellt, die Anlass für Austausch, Diskussionen und unterhaltsame Anekdoten aus dem Arbeitsalltag geben:

  1. Ausbildung und Nachwuchs: Viele Blumenläden haben Probleme qualifizierte Auszubildende zu finden und weichen daher bereits auf Teilzeitkräfte aus. Der FDF ist sich dieser Entwicklung bewusst und setzt hier mit verschiedenen Konzepten an (Berufsorientierungsmessen, Warm-Up-Tage für Auszubildende, öffentliche Events für Azubis und Floristik-Interessierte, usw.).
    Was kann man tun? Hier liegt die Verantwortung aber bei der gesamten Branche. Denn die Sichtbarkeit des Berufs „Florist/in“ ist in den Medien, die diese junge Zielgruppe nutzt, viel zu gering. Zwar findet man in allen Sozialen Netzwerken florale Arrangements, jedoch kaum etwas zu der Arbeit die dahinter steckt – also Informationen zum Handwerk, zum Beruf und zur Ausbildung. Die Floristik versteckt sich – wenn auch unbewusst – häufig hinter verschlossenen Türen und ist für die jungen Generationen, die durch das Internet hohe Transparenz und Einblicke gewohnt sind, zu wenig greifbar.
  2. Online/Social Media: Womit wir bei dem nächsten viel diskutierten Thema sind: Internet und Soziale Medien. Für viele ein noch unbekannter Bereich, dem eher wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dies ist bei dem eng getakteten Arbeitsalltag eines Floristen nicht überraschend.
    Was kann man tun? Dabei sind hier viele potenzielle Kunden zu finden. Denn die 20-30-jährigen stehen auf Blumen und Naturprodukte. Das zeigen die Bildplattformen Instagram und Pinterest eindrücklich, die voll von floralen Bildern sind. Das Problem ist, dass vielfach die floristische Leistung zu wenig mit diesen Motiven in Verbindung gebracht wird. Als Absender treten vielmehr häufig die großen Interieur- und Lifestyle-Unternehmen auf, die Blumen und Pflanzen als Deko einsetzen. Mit dem Ergebnis, dass die Blüten dann von den Konsumenten vielfach im Internet oder bei Discountern eingekauft werden, nämlich dort, wo sich die jungen Zielgruppen ohnehin schon aufhalten. Ein Teufelskreis, der durch eine stärkere Onlinepräsenz der Floristik und dem Berufsbild durchbrochen werden könnte. Das ist natürlich nicht vom einzelnen Floristen alleine zu stemmen, sondern funktioniert nur mit Unterstützung, zum Beispiel aus dem Freundeskreis oder von Unternehmen. Smithers OASIS plant zum Beispiel eine tolle Online-Aktion mit Floristen für die Sozialen Medien.
  3. Bedrohung durch Discounter: Für einige Floristen geht die Wertigkeit der Blumen und Pflanzen verloren, “Vermassung“ war ein oft gefallener Begriff. Die Bedrohung liegt hier bei der Konkurrenz durch Discounter und Baumärkte.
    Was kann man tun? Um hier einen Wandel beim Verbraucher zu bewirken, muss an vielen Schrauben gedreht werden. Einerseits in betriebswirtschaftlicher Sicht, durch wirtschaftlicheres Arbeiten der Floristen, zum Beispiel durch zeit- und geldsparenden Onlineeinkauf. Also die Einsparung von Ressourcen, um sie an den richtigen Stellen, nämlich beim Kunden einsetzen zu können. Denn die Individualität in der Floristik ist ein unschlagbares Argument gegen die Discounter und für die Kundengewinnung. Und gleichzeitig ist auch hier wieder eine Steigerung der Sichtbarkeit der Branche nötig. Aber dies ist nicht im Alleingang zu bewerkstelligen  – sondern gemeinsam, mit gegenseitigem Austausch und Unterstützung.

Dafür gibt es die Floristen-Stammtische!  Und am Ende waren sich alle einig: Ein spannender Abend, leckeres Essen und viel Mehrwert für alle Beteiligten und eine wichtige Erkenntnis – Zusammenarbeit ist der richtige Weg in die Zukunft!

Deshalb freuen wir uns auch jetzt schon auf die nächsten Floristen-Stammtische in NRW. Interesse? Dann schreibt uns kurz eine Email an kontakt@florismart.de und sobald es konkrete Daten und Veranstaltungsorte gibt, erfahrt ihr als Erste davon.